CRYPTONEUM


  Tycho Brahes Goldene Nase (Ein Projekt des LEGENDENMUSEUMs)

 

Brahe-Denkmal am Gebäude der Rostocker Volks- und Raiffeisenbank eG
Es scheint der weltweit einzige Fall zu sein, wo ein berühmter Wissenschaftler nicht nur durch seine Leistungen glänzt.

Eine mutige Entscheidung der heutigen Rostocker Volks- und Raiffeisenbank eG war es mit der Einweihung des Tycho-Brahe-Denkmals am Glatten Aal (nach einem früheren Wirtshaus benannter Platz) auf einen "Freitag, den 13." zu gehen und damit dem seinerzeit auch abergläubischen Brahe zu trotzen. Genau mit der Einweihung um 10 Uhr stieß an diesem 13. September 1996 die Sonne durch die verhangene Wolkendecke und beschien die Sonnenuhr. Drei Monate und einen Tag später war Brahes 450. Geburtstag - der eigentliche Anlaß der Ehrung.

Weniger Glück hatte der Rostocker Student
Tycho Brahe (1546-1601) bei seinem Streit am Abend des 29. Dezember 1566 . Es ging bei dem Disput mit einem anderen dänischen Edelmann darum, wer wohl der bessere Mathematiker sei. Die Nachwelt weiß nun, dass Brahe der bessere war. An diesem kalten Winterabend jedoch kam es, vermutlich beim Friedhof der Rostocker Marienkirche, zum Duell, bei dem Brahe sowohl den Kampf als auch einen Teil seiner Nase verlor. Bei Brahes guten Kontakten zu Rostocker Medizinprofessoren hatte er bald eine neue Nase - aus einer Gold-Silber-Legierung . Diese Nasenprothese mußte der forsche Forscher ständig mit einer Salbe ankleben.

 

Brahe-Relief am Glatten Aal
Das Team (Leitung: heutiges LEGENDEN-MUSEUM) um Bildhauer Jo Jastram aus Kneese zog für die Recherchen zum Bronzerelief sowohl Goldschmiede als auch den Direktor der Klinik für Mund-Kiefer-Gesichts-Chirurgie an der Universität Rostock, Prof. Karsten Gundlach, zur Beurteilung der historischen Nase Brahes heran. Gundlach, der mit augenzwinkernder Begeisterung sich der Thematik stellte, merkte an, daß der Astronom sicher mit dem Lachen so seine Probleme gehabt haben mußte. Sobald sich die Gesichtsmuskeln bewegten, dürfte die Festigkeit der Prothese in Gefahr gewesen sein.

Wenn auch die goldene Nase des Rostocker Reliefs (Bronzegießer:
Karsten Lachmann aus Buchholz) den Mittel- und Glanzpunkt des Kunstwerkes darstellt, so sind ebenso wissenschaftliche Leistungen des bedeutsamsten beobachtender Astronomen Europoas vor Erfindung des Fernrohres an Reliefdetails wie auch an der Sonnenuhr ablesbar. Mit seinem auf der Sonnenuhr dargestellten Tychonischen Weltsystem bewegte sich Tycho Brahe zwischen den geozentrischen und heliozentrischen Weltauffassungen. Bei Brahe steht die Erde fixiert im Mittelpunkt des Weltalls. Sie wird vom Mond und der Sonne umkreist. Um die Sonne wiederum kreisen alle anderen Planeten. Zu diesen Anschauungen kam der Astronom durch seine umfangreichen Beobachtungen und frühen Studien. Die Berechnungen zur Sonnenuhr des Brahe-Denkmals bewerkstelligte im Jahre 1996 der Vorsitzende im Arbeitskreis Sonnenuhren der deutschen Gesellschaft für Chronometrie Arnold Zenkert .

Der
Dänenkönig Friedrich II. überließ Brahe die (heute schwedische) Insel Ven als lebenslanges Lehen. Hier ließ der Astronom auf Kosten des Königs sein schloßähnliches Observatorium Uranienborg bauen. Einige Jahre später folgte noch eine zweite Sternwarte mit unterirdischen und damit windgeschützten Beobachtungsmöglichkeiten und empfindlichen Meßinstrumenten. 20 Jahre forschte Brahe hier unter erstklassigen Bedingungen.

 

Brahes Observatorium "Uranienborg" auf der Insel Ven war Vorbild für die Gestaltung des Brahe-Saales.
Nach dem Tode des Dänenkönigs fiel Brahe wegen seines rauhen Wesens und vernachlässigter Aufgaben als Lehnsherr bei Hofe in Ungnade. Er verließ mit seiner Familie 1597 die Insel und folgte schon bald einem Ruf des deutschen Kaisers Rudolf II. nach Prag . Noch zwei Jahre intensiver astronomischer Forschungen mit seinem Schüler Johannes Kepler (1571-1630) waren ihm vergönnt, bevor er am 24. Oktober 1601 verstarb.

In freundlicher Reverenz an den
Rostocker Studenten und dänischen Astronomen ließ man in Rostock den Einweihungstag des Denkmals auf Neumond fallen - die liebste Beobachtungszeit für Astronomen.

Gesucht werden leibhaftige (erlebbare) Spuren Tycho Brahes in deutschen Landen !

Skandinavische Redensarten sprechen vom Brahe-Tag.
Bringt er ein "Duell" oder Glück ?

Bronze bei uns im CRYPTONEUM-Shop (im Foyer unseres Museums) zu erwerben.